Saint-Paul-de-Vence – Ein Tag zwischen Künstlern, Kopfsteinpflaster und der Präsidentengarde

Boah Leute, wir waren einfach komplett fertig. 😅

Eigentlich wollten wir gemütlich mit dem Bus von unserem B&B hinauf nach Saint-Paul-de-Vence fahren – aber wie das im Urlaub manchmal so ist, kam alles anders.

Wir standen bestimmt 20 Minuten an der Haltestelle, warteten, schwitzten, schauten immer wieder aufs Handy. Der Bus kam einfach nicht. Erst dachten wir: „Okay, vielleicht haben wir uns vertan?“
Aber dann fiel uns ein: Heute ist Feiertag – also gilt der Sonntagsfahrplan. Trotzdem: Nichts. Kein Bus in Sicht.

Stattdessen fuhren ständig Polizeiwagen mit dunklen Scheiben vorbei. Überall standen Beamte mit Funkgeräten. Irgendwas lag in der Luft. Wir dachten nur: „Was geht hier heute bitte ab?“



Wenn selbst Uber aufgibt

Also: Plan B.
Wir wollten uns einfach ein Uber bestellen, um den steilen Weg nach oben nicht zu Fuß zu gehen – immerhin ist es bei der Hitze kein Spaziergang, sondern eher ein kleines Workout.

Das Auto sollte in sieben Minuten da sein – perfekt. Aber plötzlich sprang die Anzeige auf 17 Minuten. Der Fahrer musste umdrehen, weil oben offenbar alles abgesperrt war.
Also blieb uns nichts anderes übrig, als zu laufen.

Und glaubt mir: 20 Minuten bergauf bei südfranzösischer Mittagshitze fühlen sich an wie eine Stunde.



Ein Dorf voller Polizisten – und ein Präsident?

Auf dem Weg standen alle paar Meter Polizisten. Ich konnte nicht anders – ich musste einfach fragen, was hier los ist.
Der Beamte zögerte erst kurz und meinte dann:

„The French Authority.“
Ich: „Macron?“
Er nickte.

Also ja – der französische Präsident persönlich war offenbar in Saint-Paul-de-Vence unterwegs. Kein Wunder, dass die Straßen gesperrt und überall Sicherheitskräfte waren.

Wir kamen völlig verschwitzt oben an, aber mit einem echt skurrilen Gefühl: Wir wollten eigentlich nur einen gemütlichen Sightseeing-Tag machen – und landeten mitten in einem Staatsbesuch.

Erstmal hieß es: durchatmen, Wasser trinken, Schatten suchen. Dann konnte das Abenteuer losgehen.



Willkommen in einem der schönsten Dörfer Europas

Saint-Paul-de-Vence ist wirklich ein Juwel. Kaum betritt man das Dorf, fühlt es sich an, als wäre die Zeit stehen geblieben.
Enge, gepflasterte Gassen, kleine Brunnen, blühende Bougainvillea und überall Kunstgalerien – dieser Ort ist pure Magie.

Die mittelalterlichen Mauern umschließen den Ort wie ein Ring. Von oben blickt man weit über das Tal bis hin zur Küste. Nur ein paar Kilometer trennen Saint-Paul-de-Vence von Nizza – und doch fühlt es sich an wie eine ganz andere Welt.

Falls du den Ort besuchen willst: In meinem vorherigen Blogpost erkläre ich genau, wie du mit dem Bus 655 ab Cagnes-sur-Mer herkommst. Es ist wirklich einfach und kostet nur ein paar Euro.



Planungstipp: Die Karte mit der perfekten Fotostrecke

Kleiner Tipp von mir: Lade dir unbedingt die offizielle Stadtkarte als PDF herunter, bevor du kommst.
Dort sind nicht nur alle Sehenswürdigkeiten markiert, sondern auch eine vorgeschlagene Route mit Fotospots – perfekt, um nichts zu verpassen.

Ich wollte eigentlich während des Filmens ständig auf die Karte schauen – das war aber gar nicht so einfach, wenn man gleichzeitig die Kamera hält. Also hab ich mein Handy irgendwann meiner Mama in die Hand gedrückt. Das war Teamwork.



Ein bisschen Geschichte: Saint-Paul-de-Vence in Zahlen

Ich liebe ja historische Fakten – also hier ein paar, die mich besonders fasziniert haben:

📜 Erste Erwähnung: 9. Jahrhundert
🏰 Stadtmauern: 16. Jahrhundert
👥 Einwohner: etwa 1.000
🌍 Besucher pro Jahr: mehrere Hunderttausend

Und das versteht man sofort. Diese alten Steinhäuser, die winzigen Gassen, die Galerien – all das wirkt wie aus einem anderen Jahrhundert.

Wenn man durch die Gassen schlendert, hört man das Plätschern der Brunnen und riecht Lavendel, Baguette und Zypressenharz. Es ist dieses typische Südfrankreich-Gefühl, das man nirgendwo sonst so intensiv erlebt.

Zwischen Himmel und Mauer – der abenteuerlichste Spaziergang des Urlaubs

Ein echtes Highlight war der Spaziergang über die Stadtmauer.
Man läuft dort auf einem schmalen Pfad entlang der alten Mauern – mit atemberaubender Aussicht, aber auch mit ein bisschen Nervenkitzel.

Ich schwöre: Wenn dir jemand entgegenkommt, wird’s spannend.
Ich hab mich richtig an die Mauer gedrückt, um durchzulassen. Und man darf echt keinen falschen Schritt machen – die Kante ist nicht breit.

Aber das Gefühl, dort oben zu stehen, die Sonne auf der Haut, der Blick über Olivenhaine und Ziegeldächer – unbezahlbar.

Wenn du ein bisschen Abenteuer magst, probier das unbedingt aus!

Auf den Spuren von Marc Chagall

Unten am Südende des Ortes liegt der kleine Friedhof von Saint-Paul-de-Vence – und dort befindet sich das Grab von Marc Chagall, einem der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Er wurde 1887 in Weißrussland geboren, lebte über 40 Jahre in Frankreich und verbrachte seine letzten zwei Jahrzehnte genau hier, in diesem Dorf. 1985 starb er – und wurde in Saint-Paul-de-Vence begraben.

Seine Kunst erkennt man sofort: leuchtende Farben, schwebende Figuren, Liebespaare, Engel, Tiere. Traumartig, surreal und voller Emotionen.
Ich hatte vor Jahren schon einmal das Glück, eine Ausstellung seiner Werke in Monaco zu sehen – und sie hat mich total fasziniert.

Wenn du Kunst liebst, lohnt sich auch ein Besuch der Fondation Maeght, nur wenige Minuten vom Ort entfernt. Dort findest du Werke von Chagall, Miró, Giacometti und vielen anderen.

Und plötzlich: die Präsidentengattin

Als wir später vom Friedhof zurück in die Stadt gingen, sahen wir plötzlich wieder Polizei, Kamerateams, Menschenmengen. Und dann kam uns tatsächlich Brigitte Macron entgegen – ganz entspannt, umringt von Sicherheitsleuten und Freundinnen.

Ich konnte es kaum glauben. Da steht man in einem kleinen Künstlerdorf in Südfrankreich – und trifft die First Lady.
Macron selbst haben wir zwar nicht gesehen, aber allein die Atmosphäre war schon spannend.

Ein bisschen surreal, aber auch typisch für Saint-Paul-de-Vence: Hier trifft man auf Künstler, Politiker, Schauspieler – und trotzdem bleibt alles charmant und ruhig.

Fazit: Magie, Geschichte und ein Hauch von Glamour

Saint-Paul-de-Vence ist mehr als nur ein hübsches Dorf – es ist ein Ort voller Kunst, Geschichte und Emotionen.
Hier spürst du die Provence in ihrer reinsten Form:
das Licht, die Farben, die Wärme, das Leben zwischen Kunstgalerien und Cafés.

Und wenn du Glück hast, erlebst du – wie wir – vielleicht sogar einen ganz besonderen Moment, den du nie vergessen wirst.

Ich kann jedem nur empfehlen, sich für diesen Ort Zeit zu nehmen.
Lauft, schaut, atmet. Und genießt einfach.

Reisetipps auf einen Blick:

  • Anfahrt: Bus 655 ab Cagnes-sur-Mer

  • Beste Besuchszeit: Frühmorgens oder am späten Nachmittag

  • Nicht verpassen: Stadtmauer-Spaziergang, Chagall-Grab, Fondation Maeght

  • Einkehr-Tipp: Café de la Place – direkt am Eingangstor, ideal für einen Aperol Spritz mit Aussicht


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