Nachtzug von der Côte d’Azur nach Paris – Ein Reiseerlebnis der besonderen Art

Reisen mit dem Nachtzug ist ein ganz besonderes Erlebnis. Gemütlich im eigenen Abteil sitzen, den Sonnenuntergang über der Provence genießen und entspannt am nächsten Morgen in Paris aufwachen – so stell ich mir eine entspannte Anreise vor. In diesem Beitrag nehme ich euch mit auf unsere Reise von Antibes nach Paris Austerlitz, inklusive aller Tipps zu Kabinen, Preisen, Ausstattung und persönlichen Erfahrungen.



Unser Abteil – Komfort für Zwei im Sechser-Kompartment

Wir haben uns für eine Sechserkabine gebucht, die eigentlich für sechs Personen ausgelegt ist, wir jedoch nur zu zweit unterwegs waren. Diese Entscheidung war perfekt, denn so hatten wir ausreichend Platz, ohne andere Mitreisende um uns herum.

Das Abteil bietet sechs Betten, jeweils zwei oben, zwei mittig und zwei unten. Wir haben auf den unteren Betten geschlafen und diese auch diesmal wieder genutzt. Die mittleren Betten kann man hochklappen, sodass sich unten eine Art Sofa ergibt. Praktisch, wenn man sitzt und entspannt die Fahrt genießen möchte.

Im Preis inbegriffen sind unter anderem:

  • Kissen und Decke (eine Art Schlafsack, der gleichzeitig Unterlage und Decke ist)

  • Flaschen Wasser, insgesamt sechs pro Abteil

  • Ein kleines Amenity-Kit, bestehend aus Augenschutzmaske, Ohrstöpseln, Tuch, Zahnputzpulver und einem Erfrischungstuch

Besonders hilfreich waren für uns die Ohrstöpsel und die Schlafmaske, da die Kabinenbeleuchtung teilweise recht hell ist. Wer empfindlich ist, sollte diese unbedingt nutzen.



Ausstattung und Komfort

Die Kabine selbst ist überraschend funktional:

  • Leselicht an jedem Bett

  • Steckdosen, auch wenn das Licht der Steckdosen manchmal recht grell ist

  • Temperaturregler für warm, kalt oder gemischt (wobei wir festgestellt haben, dass er nur bedingt funktioniert)

  • Abschließbare Türen für Privatsphäre

Wir haben unsere Koffer unten stehen lassen, obwohl man sie auch unter das unterste Bett packen kann. So war es sauberer und wir hatten jederzeit schnellen Zugriff auf unsere Sachen.

Die Kabine ist wirklich sauber, aber das Teilen mit fremden Personen würde ich nicht unbedingt empfehlen – zu zweit ist es optimal und macht sogar richtig Spaß.



Die Strecke – Von Antibes nach Paris Austerlitz

Unsere Reise startete am 18. Juni um 19:18 Uhr in Antibes. Ziel war Paris Austerlitz. Die Strecke führt entlang der Küstenregionen der Provence, durch kleinere Städte und das Landesinnere, und endet schließlich nach etwa 13 Stunden in Paris.

Wir hatten die Gelegenheit, die Landschaft bei Sonnenuntergang und teilweise im Dunkeln zu genießen. Besonders der Sonnenuntergang über Marseille war atemberaubend. Wer langsames Reisen mag, wird die Aussicht lieben. Man kann die Natur, das Meer und die kleinen Dörfer der Provence ganz entspannt beobachten – ein Erlebnis, das mit dem Flugzeug oder schnellen Zügen kaum möglich ist.

Zwischenstopps gibt es unter anderem in:

  • Cannes

  • Saint-Raphaël

  • Les Arcs - Draguignan

  • Marseille

Danach geht es direkt nach Paris, wo man am Morgen entspannt ausgeruht ankommt.



Preise – Lohnt sich der Nachtzug?

Die Preisstruktur für Nachtzüge ist einfach, aber flexibel. Je früher man bucht, desto günstiger sind die Tickets.

  • Zweite Klasse Sitzplatz: ab 30 €

  • Zweite Klasse Schlafplatz im Sechserabteil: ab 37 € pro Person, hier teilt man sich die Kabine mit anderen

  • Zweite Klasse Privatkabine (wie unsere Sechserkabine für zwei Personen): ab 150 € für die Kabine, also 75 € pro Person

  • Erste Klasse Viererabteil: ab 77 € pro Person oder 270 € für die gesamte Kabine

Wenn man kurzfristig bucht, steigen die Preise deutlich. Unsere Hinfahrt kurz vor Abreise kostete 300 € für die Sechserkabine, auf der Rückfahrt konnten wir frühzeitig für 150 € buchen. Mein Tipp: rechtzeitig buchen, um den besten Preis zu bekommen, besonders wenn man ein eigenes Abteil haben möchte.



Der Schlaf – Gut erholt am Morgen

Wir haben beide Nächte gut geschlafen, insbesondere dank der Ohrstöpsel und der Augenmaske. Die Betten sind bequem genug, um sich richtig hinzulegen, und die Decke hält warm. Ein kleiner Nachteil: die Temperatur im Abteil ist schwer regulierbar, sodass es nachts teilweise ziemlich kalt wird. Wer empfindlich ist, sollte sich zusätzliche Kleidung oder eine Reisedecke einpacken.

Frühstück oder Snacks kann man im Zug kaufen: In Wagon 7 gibt es einen kleinen Shop für heiße Getränke, Schokolade oder Snacks. Wir haben uns dort heiße Schokolade geholt – perfekt für den Start in den Morgen.



Ein Erlebnis für Zugliebhaber

Die langsame Reiseart ist ein echter Vorteil, wenn man das Land sehen möchte. Anders als bei Hochgeschwindigkeitszügen erlebt man hier die Landschaft in aller Ruhe, kann aus dem Fenster schauen, Sonnenuntergänge genießen und den Moment einfach auskosten.

Für mich persönlich hat die Nachtzugreise auch einen hohen Erlebniswert: Es ist spannend, die Kabine einzurichten, sich die Strecke anzuschauen und den Sonnenaufgang zu erleben.

Praktische Tipps für Nachtzugreisende

  1. Früh buchen: Für eigene Kabinen unbedingt Monate im Voraus planen.

  2. Ohrstöpsel und Schlafmaske einpacken: Unverzichtbar bei hellen Lichtern und Geräuschen.

  3. Zusätzliche Decke oder warme Kleidung: Die Temperatur ist oft schwer regulierbar.

  4. Snacks und Getränke einpacken: Zwar gibt es kleine Shops, aber die Auswahl ist begrenzt.

  5. Koffer clever verstauen: Unter das Bett oder im Abteil – am besten so, dass man jederzeit Zugriff hat.

  6. Apps nutzen: Tickets, Wagenposition und Haltezeiten lassen sich am besten über die offizielle App verfolgen.



Persönliche Eindrücke – Warum ich Nachtzüge liebe

Die Kombination aus komfortabler Kabine, schöner Landschaft und der Möglichkeit, entspannt zu reisen, macht Nachtzüge für mich unschlagbar. Man wacht erholt auf, hat die lange Strecke quasi im Schlaf hinter sich gebracht und spart sich Übernachtungskosten in Hotels.

Auch der Sonnenaufgang an der Côte d’Azur war ein Highlight. Diese Aussicht, kombiniert mit der gemütlichen Kabine, ist etwas, das man kaum mit anderen Verkehrsmitteln erleben kann.

Natürlich gibt es kleine Nachteile: Die Temperaturregulierung ist problematisch, die Kabinenbeleuchtung zu grell, und kurzfristige Buchungen sind teuer. Dennoch überwiegen für mich die Vorteile und das Erlebnis, eine lange Strecke entspannt zu genießen.

Fazit – Nachtzug von Antibes nach Paris

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Nachtzugreise ist eine entspannte, erlebnisreiche und kosteneffiziente Art zu reisen, besonders, wenn man Zeit hat und das langsame Reisen genießt. Die Kabinen sind funktional und bieten Privatsphäre, die Landschaften unterwegs sind wunderschön und die Preise, insbesondere bei frühzeitiger Buchung, fair.

Wer also mal etwas anderes ausprobieren möchte, die Côte d’Azur besucht und anschließend nach Paris reisen will, für den ist der Nachtzug eine absolute Empfehlung.

Pro-Tipps: Kabine frühzeitig buchen, warme Kleidung einpacken und unbedingt die Aussicht genießen!


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